12 Hochzeits-Traditionen und ihre eigentliche Bedeutung

Hast du dich schon mal gefragt wieso die Braut ihren Brautstrauß wirft? Oder warum es Tradition ist, dass die Braut von ihrem Vater zum Altar gebracht wird? Ich schon, deshalb habe für euch recherchiert und 10 Traditionen und ihre Bedeutung herausgesucht!


Nr. 1: Warum wird die Braut vom Brautvater zum Altar geführt? 

 

Diese Tradition stammt aus der alten römischen Zeit. Damals wurden Ehen meist arrangiert, der Vater brachte also seine Tochter zum Altar weil dies die „Übergabe“ war. Oft erhielt er dort dann auch eine monetäre Belohnung dafür, dass er seine Tochter „abgibt“. Zugegeben wirklich ein sehr unromantischer Gedanke… deshalb schnell weiter zur zweiten Frage 


Nr. 2: Warum steht die Braut bei der Trauung links vom Bräutigam?

 

Heutzutage sind Hochzeiten deutlich zivilisierter als im damaligen frühen England! Denn im 5. Jahrhundert standen die Bräute traditionell immer links vom Bräutigam, damit der seine Geliebte mit der linken Hand halten konnte, mit der rechten Hand jedoch sein Schwert ziehen konnte wenn Gefahr drohte. Sollte es also zu versuchtem Kidnapping kommen, konnte der Bräutigam dies mit seinem Schwert verhindern. Was eigentlich ganz romantisch klingt liegt aber daran, dass Bräute damals oft von ihren Familien „gestohlen“ wurden, die Eindringlinge die dann also versuchten die Trauung zu sprengen und die Braut zu kidnappen, waren meist Familienmitglieder der Braut. Wirklich unglaublich, so viele traditionelle Hochzeitsrituale  basieren auf barbarischen Verhaltensweisen! Deshalb jetzt aber wirklich schnell zu Frage 3 mit einem schöneren Hintergrund (hoffentlich).

 


Nr. 3: Warum wirft man Reis auf das frisch getraute Ehepaar?

 

Diese Tradition stammt aus England und basiert auf heidnischen Hochzeitsritualen. Damals wurden Reiskörner als Symbol der Fruchtbarkeit geworfen. Zur viktorianischen Zeit (Irgendwann im 19. Jahrhundert) beschlossen die Leute dann statt Reis Papierfetzen zu werfen. Vielleicht waren sie es auch einfach leid immer Essen aus ihren Haaren zu zupfen. Übrigens was ich auf der Suche nach der Antwort ebenfalls herausgefunden habe: Konfetti stammt ursprünglich aus dem italienischen und bezeichnete Mandeln die mit Zucker überzogen waren. Die warf man bei besonderen Anlässen in die Luft.

 


Nr. 4: Warum hat man als Braut Brautjungfern? 

 

Heutzutage hat man Brautjungfern Bzw. eine Trauzeugin um Hilfe beim Planen zu haben und damit jemand den Lippenstift während der Hochzeit herum trägt. Spaß beiseite, die Trauzeugin ist fester Bestandteil der Hochzeit und zumindest ich könnte mir nicht vorstellen auf sie an dem Tag zu verzichten!

 

Die Tradition stammt jedoch aus der Zeit der Römer, als Bräute 10 (Trau-)Zeuginnen hatten, die alle identisch gekleidet waren.  Die Idee dahinter war, dass die Brautjungfern eine Art „Lockvogel“ für böse Geister waren, damit die Braut von diesen verschont bleibt. Die Doppelgängerinnen dienten der Braut also zum Schutz… ist irgendwie heute ja auch noch so übrigens, es gibt sogar Fotografien aus dem 19. Jahrhundert vorhanden, die immer noch diesen Brauch der identisch aussehenden Brautjungfern zeigen.

 


Nr. 5: Warum gibt man Gastgeschenke an die Hochzeitsgäste? 

 

Der europäische Adel startete den Trend im 16. Jahrhundert. Damals verteilte man kleine Schachteln mit Zucker (damals war Zucker wahnsinnig teuer und selten!), um zu zeigen wie wohlhabend man ist … ah ja und natürlich um den Gästen für ihr Erscheinen zu danken. Als Zucker dann irgendwann zugänglicher wurde und nicht mehr so exklusiv und teuer war, wurde das Gastgeschenk von zuckerüberzogenen Mandeln abgelöst. Auf viktorianischen Hochzeiten wurden Gastgeschenke übrigens vom Brautpaar persönlich überreicht und nicht auf den Tischen platziert. So sollte jedem Gast das Glück persönlich überreicht werden.

 


Nr. 6: Warum kommt der Ehering auf den 2. Finger von rechts, der rechten Hand? 

 

Bevor man sich mit der Anatomie näher auseinander setzte, glaubte man im antiken Griechenland, dass es eine Ader gibt, die den zweiten Finger von rechts (also der Ringfinger) direkt mit dem Herzen verbindet. Wenn man es genau nimmt führen zwar alle Adern zum Herzen, ein wunderschöner Gedanke ist es aber trotzdem finde ich.

 


Nr. 7: Warum trägt die Braut einen Schleier? 

 

Im alten Rom trugen Bräute einen hellen Schleier um böse Geister abzuwehren (ihr seht schon das war die Nummer 1 Intention damals!). Der viktorianischen Zeit haben wir es jedoch die langen, weißen Schleier zu verdanken – je pompöser der nämlich im 19. Jahrhundert war, desto größer höher der Status.

 

Nr. 8: Warum trägt die Braut ein weißes Kleid? 

 

Ein weißes Kleid ist heutzutage ein fester Bestandteil der Hochzeit. Allerdings nicht überall auf der Welt. So heiratet man im asiatischen Raum beispielsweise eher in roten Kleidern… Bevor jedoch Königin Victoria Prinz Albert 1840 heiratete, trugen die Bräute meist einfach ihr teuerstes Kleid zur Hochzeit – unabhängig von der Farbe! Königin Victoria trug dann zum ersten Mal ein weißes Kleid, zumindest war sie die erste Prominente damals die das tat. Sie schrieb in ihr Tagebuch:

 „I wore a white satin dress with a deep flounce of Honiton lace, an imitation of an old design, and my jewels were my Turkish diamond necklace and earrings and dear Albert’s beautiful sapphire brooch.“

Weiß war auch damals schon die Farbe von Reinheit – und ein absolutes Status Symbol! Denn nur die wohlhabenden konnten es sich erlauben die Farbe zu tragen (und wieder zu reinigen!). Damit setzte Victoria einen Trend der bis heute anhält! 

 


Nr. 9: Warum wirft die Braut den Brautstrauß? 

 

Diese Tradition basiert auf einem französischen Brauch aus dem 14. Jahrhundert. Damals rissen die Gäste nach der Trauung ein Stück des Brautkleids ab, da dies Glück bringen sollte. Würde das heute jemand machen, würde ich der Person sehr wahrscheinlich mit meinem Brautstrauß eins überbraten!

Aus der Tradition entstand dann der Brauch, dass der Bräutigam das Strumpfband warf. Der Brautstrauß-Wurf war danach das Resultat, als Hochzeiten anfingen etwas zivilisierter abzulaufen.


Nr. 10: Warum tanzt das frisch gebackene Ehepaar einen Hochzeitstanz? 

 

Diese Tradition stammt aus der Zeit von förmlichen Bällen, als es Ehrensache war, dass der erste Tanz des Abends durch die Gastgeber oder Ehrengäste ausgeführt wurde. Die Ehrengäste bei der Hochzeit sollten in der Regel Braut und Bräutigam sein  aus dem Grund lag es also auch nah, dass sie den ersten Tanz tanzen – und so ist es bis heute.


Nr. 11: Warum haben Hochzeitstorten mehrere Stockwerke? 

 

Schon im Mittelalter waren Torten fester Bestandteil von Festen. Ursprünglich brachten sogar die Hochzeitsgäste kleine Kuchen mit zum Fest, um diese vor das Brautpaar abzustellen. Braut und Bräutigam mussten sich dann über den Kuchen hinweg küssen, um sich den zukünftigen Wohlstand zu sichern. Die mehrstöckige Hochzeitstorte wie wir sie heute kennen, trat jedoch erst im 19. Jahrhundert auf, als man man begann Hochzeitstorten hoch hinaus zu bauen. Selbstverständlich war das auch wieder ein Status Symbol – je größer und höher, desto angesehener war man.

 


Nr. 12: warum soll man etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues bei der Hochzeit als Braut bei sich haben? 

 

Etwas Altes soll man als Braut tragen um eine Verbindung zur Vergangenheit zu haben, insbesondere zum bisherigen Leben der Braut in ihrer eigenen Familie. Früher wurden Bräute oft mit der Heirat von ihren Familien getrennt, die Perlen der Großmutter sollten die Braut auch in ihrem zukünftigen Leben an die Familie erinnern. Ein Glück ist das heute meist nicht mehr der Fall! Die Tradition ein altes Familienerbstück bei der Hochzeit bei sich zu haben ist allerdings super schön!

Wie etwas Altes die Vergangenheit symbolisiert, so steht „etwas Neues“ natürlich für die Zukunft – etwas für einen neuen Anfang. Viele Bräute nennen übrigens die Brautschuhe das „neue“ 

Wenn man sich etwas ausleiht, dann muss es wieder zurück geben (wer allerdings eine Schwester hat, weiß dass das nicht immer stimmt!). Im Bezug auf die Hochzeit soll das Geliehene die Braut daran erinnern, dass ihre Familie immer für die da sein wird. Also leihe dir doch eine Halskette oder Ohrringe deiner Mutter, zurück geben kannst du diese dann immer noch bei einem gemütlichen Brunch nach den Flitterwochen.

 

So… nun bleibt nur noch die Frage nach dem „etwas Blaues“ zu klären. Dafür muss ich noch mal das Geschichtsbuch aufschlagen  früher hat man die Farbe Blau im biblischen Sinne als Farbe von Reinheit gesehen. Wenn man also etwas Blaues zur Hochzeit trug (neben weiß natürlich), zeigte man wie rein und unschuldig man war. Viele Bräute heutzutage folgen der Tradition und haben beispielsweise eine kleine blaue Schleife an ihrem Strumpfband oder tragen blaue Ohrringe. Eine andere Idee ist sich den Namen des zukünftigen Gatten in Blau unter die Sohle zu schreiben.

Ihr seht also es gibt viele Hochzeits-Traditionen die schon Jahrhunderte alt sind. Auch wenn einige einen etwas unromantischen Hintergrund haben, so finde ich es zumindest schön Tradition aufrecht zu halten. Wenn es nicht der alten Römer wegen ist, dann vielleicht weil sich eure Eltern sicherlich genauso darüber freuen. 

 

Wenn ihr euch übrigens über diese wunderschönen Hochzeits-Fotografien genauso gewundert habt, wie über die Antworten auf die Fragen: schaut doch mal bei der Hochzeits-Fotografin Vicky Baumann vorbei, die lässt mich nämlich ihre wunderschönen Bilder für meine Blogbeiträge verwenden Danke Vicky! http://www.vickybaumann.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0